Neu veröffentlicht von „Digital Dharma Circle“: Ein Artikel zum Verständnis: Die Beziehung zwischen ERP und CRM, MRP, PLM, APS, MES, QMS, WMS, SRM.
Ob in der Fertigungsindustrie, im Handel oder bei projektbasierten Unternehmen – wenn es um Digitalisierung und Informatisierung geht, sieht die Szene heutzutage oft so aus:
◦ Chef: „Sollen wir ein ERP-System einführen?“
◦ Betriebsleiter: „Brauchen wir jetzt nicht auch ein CRM-System?“
◦ Produktionsleiter: „Und was ist mit MES? Darauf zu verzichten, wirkt unmodern.“
◦ IT: „Tatsächlich sind APS, PLM, QMS, WMS, SRM… alle ziemlich wichtig.“
Dann herrscht 3 Sekunden lang Stille im Besprechungsraum.
Niemand wagt es, diese Frage zu stellen, weil niemand klar erklären kann: In welchem Verhältnis stehen diese Systeme genau zueinander? Ist eines fortschrittlicher als das andere? Bedeutet mehr Besitz auch größere Leistungsfähigkeit?
Im heutigen Artikel werde ich weder die Seite von Anbietern noch von Beratungsfirmen ergreifen. Ich werde lediglich die Perspektive der tatsächlichen Geschäftsabläufe einnehmen und diese Systeme erläutern:
● Was sie tun
● Welche Probleme sie lösen
● Ihre Beziehung zu ERP
● Wann man sie anwenden sollte und wann nicht
Merken Sie sich nur einen Satz:
ERP ist nicht das Gegenteil aller anderen Systeme; es ist das zentrale Nervensystem.
1. Zunächst wollen wir den verwirrendsten Punkt klären:
ERP(Unternehmensressourcenplanung)ist keine spezifische Funktion, sondern ein Satz operativer Grundlagen.
Viele denken bei ERP an Finanzsysteme, Bestandsverwaltung, Rechnungsstellung und Buchhaltung… Das stimmt nur zu 30 %. Ein wirklich ausgereiftes ERP-System umfasst im Wesentlichen drei Dinge:
1. Vereinheitlichung der Datenstandards
2. Integration von Geschäftsprozessen
3. Einbetten von Betriebsregeln
Mit anderen Worten:
ERP steuert die Abläufe im gesamten Unternehmen, nicht die Arbeitsweise einer bestimmten Abteilung.
Die Systeme, von denen Sie später hören werden – CRM, MRP, PLM, APS, MES, QMS, WMS, SRM – ersetzen also kein ERP-System. Sie sind entweder Teilfunktionen oder Erweiterungen von ERP.
Lasst uns sie der Reihe nach durchgehen.
II. ERP und CRM: Das eine System steuert die Geldgenerierung, das andere die Kundenbindung.
Was leistet CRM (Customer Relationship Management)?
Vereinfacht gesagt, leistet CRM eines: Es verwandelt den Vertrieb von einem intuitiven Prozess in etwas Steuerbares, Überprüfbares und Wiederholbares.
Der Schwerpunkt liegt auf:
• Woher die Kunden kommen (Leads)
• Wer kümmert sich um die Nachverfolgung (Verkäufer)?
• In welcher Phase sich die Nachuntersuchung befindet
• Ob das Risiko besteht, den Vertrag zu verlieren
• Ob nach dem Vertragsabschluss noch Upselling möglich ist
Was genau verwaltet ein ERP-System?
ERP legt Wert auf:
• Ob diese Bestellung angenommen werden kann
• Wie hoch sind die Kosten?
• Ob der Bruttogewinn eindeutig berechnet werden kann
• Ob Versand, Rechnungsstellung und Zahlungseinzug einen geschlossenen Kreislauf bilden
Man kann es sich so vorstellen: CRM verwaltet die Kundenbetreuung, ERP verwaltet den Backend-Support.
Im CRM-System werden Aufträge gewonnen, im ERP-System abgewickelt, beglichen und verbucht.
Ohne ERP-System, selbst mit vielen CRM-Funktionen, werden Finanzen, Lagerhaltung und Lieferung chaotisch verlaufen. Ohne CRM, selbst mit einem vollständigen ERP-System, ist der Vertrieb im direkten Kundenkontakt vollständig auf manuelle Datenerfassung und Intuition angewiesen.
Kurz gesagt: Für vertriebsorientierte Unternehmen muss esCRM + ERPZusammenarbeiten, nicht den einen dem anderen vorziehen.
III. ERP und MRP: MRP ist kein eigenständiges System, sondern eine Fähigkeit
Das ist die am meisten missverstandene Frage.
Was genau ist MRP?
MRP = Materialbedarfsplanung. Die Kernlogik lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen:
Berechnen Sie anhand von Bestellungen und Lagerbeständen, was, wie viel und wann gekauft werden soll.
Wohlgemerkt, ich sagte berechnen.
In welcher Beziehung steht es zu ERP?
In modernen ERP-Systemen ist die Materialbedarfsplanung (MRP) eines der Kernmodule. Anders ausgedrückt: Ohne die grundlegenden Daten aus dem ERP-System (Stückliste, Lagerbestand, Aufträge) sind präzise MRP-Berechnungen nicht möglich.
Wenn Sie ein eigenständiges MRP-System kaufen, ist es wahrscheinlich, dass:
• Die Daten müssen manuell importiert werden.
• Die Ergebnisse erfordern eine manuelle Beurteilung
• Du verlässt dich auch nach der Berechnung noch auf dein Bauchgefühl.
Das Problem vieler Unternehmen ist nicht der Mangel an MRP, sondern:
• Ungenaue Stückliste
• Ungenauer Lagerbestand
• Chaotische Ordnungsänderungen
Dann geben sie dem System die Schuld. Wenn MRP-Berechnungen ungenau sind, liegt das in 90 % der Fälle an einem grundlegenden Datenproblem, nicht an einem algorithmischen Problem.
IV. ERP und PLM: Das eine System steuert den Vertrieb, das andere die Entwicklung
Was macht PLM?
PLM = Produktlebenszyklusmanagement. Es konzentriert sich auf:
• Produktstruktur (Stückliste)
• Zeichnungen, Prozessdokumente
• Versionsänderungen
• Technische Standards
Kurz gesagt, PLM verwaltet das Produkt vom Entwurf bis zur Fertigstellung.
Wann benötigt ein ERP-System ein PLM-System?
Wenn Sie in der Sonderfertigung tätig sind, Produkte mit mehreren Versionen anbieten oder häufige Designänderungen vornehmen, ist die in ERP integrierte Stücklistenverwaltung wahrscheinlich unzureichend.
An diesem Punkt benötigen Sie PLM zur Verwaltung der technischen Daten im Vorfeld und ERP zur Abwicklung von Produktion, Beschaffung und Kosten im Backend, d. h.:
• PLM entscheidet, was im Design verwendet wird.
• Das ERP-System entscheidet, was tatsächlich gekauft und verwendet wird und wie viel dafür ausgegeben wird.
Wenn die beiden Systeme nicht integriert sind, liegt das Problem höchstwahrscheinlich darin, dass die Zeichnung in Version 3 vorliegt, die Beschaffung aber nach Version 2 erfolgt, die Kostenberechnung auf Basis von Version 1 erfolgt und dann die gesamte Firma die Schuld gemeinsam trägt.

V. ERP und APS: Das eine berechnet, ob es getan werden soll, das andere, wie es am sinnvollsten terminiert werden kann.
Was macht APS?
APS steht für Advanced Planning and Scheduling (Erweiterte Planung und Terminierung). Es löst ein sehr spezifisches und schwieriges Problem: zu viele Aufträge, begrenzte Ressourcen, enge Fristen und die manuelle Terminplanung reicht nicht mehr aus.
APS konzentriert sich auf Anlagenkapazität, Prozessablauf, Umrüstkosten und Lieferpriorität.
Kann ERP die Produktionsplanung nicht übernehmen?
Das ist möglich, aber ERP-Systeme tendieren eher zur groben Planung, während APS-Systeme eher auf detaillierte Terminplanung ausgerichtet sind.
Man kann es so verstehen:
• Das ERP-System sagt Ihnen: Wie viel soll diesen Monat produziert werden?
• APS teilt Ihnen mit: In welcher Reihenfolge diese Maschine morgen früh zuerst arbeiten soll.
Wann sollte man APS implementieren?
Nicht unbedingt, wenn Sie eine bestimmte Größe erreichen, sondern wenn Sie diese Merkmale erfüllen:
• Hohe Vielfalt, geringes Volumen
• Häufige Änderungen des Liefertermins
• Offensichtliche Ausrüstungsengpässe
Andernfalls werden Sie, selbst wenn APS implementiert ist, wahrscheinlich schöne Gantt-Diagramme haben, während die Fertigungshalle diese immer noch nicht befolgt.
VI. ERP und MES: Das eine im Büro, das andere in der Produktionshalle
Was verwaltet MES?
MES = Manufacturing Execution System (Produktionsausführungssystem). Es überwacht:
• Ausführung von Arbeitsaufträgen
• Prozessberichterstattung
• Gerätestatus
• Produktionsausnahmen
Kurz gesagt, MES steuert, was tatsächlich in der Produktionshalle passiert.
Was verwaltet ein ERP-System?
ERP verwaltet Pläne, Kosten, Materialien und Abrechnungen.
Das Problem vieler Unternehmen besteht darin, dass ERP-Pläne zwar schön aussehen, die Umsetzung in der Produktion aber fast ausschließlich auf WeChat-Gruppen und Whiteboards basiert. Letztendlich werden die Daten im ERP-System erst nachträglich eingegeben.
Die richtige Vorgehensweise ist:
• ERP-Probleme Pläne
• MES liefert Echtzeit-Feedback zur Ausführung
• Kosten und Fortschritt fließen automatisch zurück
Andernfalls wird ERP für immer ein System bleiben, das ausschließlich für Führungskräfte geeignet ist.
VII. ERP und QMS: Das eine System steuert Ergebnisse, das andere Prozesse
Was leistet ein Qualitätsmanagementsystem?
QMS = Qualitätsmanagementsystem.Es überwacht:
● Wareneingangsprüfung
● Prozessbegleitende Inspektion
● Ausgangsinspektion
● Abweichungen, Korrekturmaßnahmen, Vorbeugemaßnahmen
Ist das Qualitätsmodul im ERP-System ausreichend?
Für kleine Unternehmen ja. Für Branchen mit hohen Qualitätsanforderungen nein.
Weil sich das Qualitätsmodul in ERP-Systemen üblicherweise eher mit der Erfassung und den Ergebnissen befasst, während QMS Folgendes stärker betont:
● Prozesssteuerung
● Rückverfolgbarkeit
● Systematische Verbesserung
Das Qualitätsmanagementsystem (QMS) ist für die Art und Weise des Qualitätsmanagements verantwortlich, das ERP-System ist dafür verantwortlich, wie sich die Qualitätsergebnisse auf Kosten und Liefertreue auswirken.
VIII. ERP und WMS: Das eine verwaltet die Buchhaltung, das andere die Standorte
Was macht ein WMS?
WMS = Lagerverwaltungssystem. Es löst folgende Probleme:
● Standortmanagement
● Wege auswählen
● Chargennummern, Verfallsdaten
● Barcodes, Scannen
Verfügt ein ERP-System nicht auch über Lagerbestände?
Ja, aber ERP dreht sich eher um Mengen- und Wertkonten, während WMS Folgendes verwaltet:
● Wo sich die Waren befinden
● Wie man sie bekommt
● Wer hat es falsch gemacht?
Wann benötigen Sie ein WMS?
Wenn Sie Folgendes erleben:
● Die Bestandszahlen sind korrekt, aber die Lagerorte sind chaotisch.
● Die Warensuche basiert auf Erfahrung.
● Die Kosten für den Versand der falschen Ware sind hoch
Das ist das typische Szenario für ERP + WMS.
IX. ERP und SRM: Das eine System verwaltet interne Prozesse, das andere die Zusammenarbeit mit Lieferanten.
Was macht SRM?
SRM = LieferantenbeziehungsmanagementEs überwacht:
● Lieferantenleistung
● Lieferzeiten, Qualität
● Zusammenarbeit im Bereich Versöhnung
● Transparenz im Beschaffungswesen
Ist das Beschaffungsmodul im ERP-System nicht ausreichend?
Das ist es, aber es löst nur interne Prozesse.
SRM löst organisationsübergreifende Kooperationsprobleme, wie zum Beispiel:
● Lieferanten bestätigen Bestellungen online
● Online-Abstimmung
● Geschlossener Regelkreis für Qualitätsprobleme
X. Abschließende Zusammenfassung
Dieses Beziehungsdiagramm können Sie sich direkt merken:
● ERP: Operative Drehscheibe des Unternehmens
● CRM: Vertriebsschnittstelle
● MRP: Fähigkeit zur Materialberechnung
● PLM: Produkt- und Technologiequelle
● APS: Erweitertes Planungstool
● MES: Werkzeug zur Ausführung von Fertigungsabläufen
● QMS: Qualitätssystem
● WMS: Lagerverwaltung
● SRM: Zusammenarbeit in der Lieferkette
Es geht nicht darum, dass mehr Systeme besser sind.
Eher,Lohnt es sich, Ihr aktuell größtes Problem mit einem eigens dafür entwickelten System zu lösen?
——Das Ende——
Veröffentlichungsdatum: 30. Januar 2026







